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April 19, 2022

Wie treffe ich als Gründer:in bessere Entscheidungen? Mit Daniel Weinand, Co-Founder Shopify

Wie treffe ich als Gründer:in bessere Entscheidungen? Mit Daniel Weinand, Co-Founder Shopify

Unternehmer und Startups treffen ständig Entscheidungen – doch was ist, wenn du feststellst, dass deine Entscheidung falsch war?

Daniel Weinand (ehemals Shopify) war mit mir beim START Summit und hat Fragen zum Thema wichtige Entscheidungen beantwortet:
- Was macht gute Entscheidungen aus?
- Wie schätze ich Risiken bei wichtigen Entscheidungen ein?
- Wie reagiere ich auf sich ändernde Umstände, nachdem ich eine Entscheidung bereits getroffen habe?
- Wie bewerte ich die Qualität meiner Entscheidungen?

Soviel vorweg: Ohne Informationen und Vorarbeit wirst du keine gute Entscheidung treffen.

Die Kapitel:
00:54 Anmoderation Auftritt Daniel Weinand Take Two
02:06 Kurzvorstellung Daniel
04:07 Your framework on decision making - wie triffst du Entscheidungen?
06:56 Beispiel Fabian: Wann ist es notwendig, die Entscheidung zu überdenken?
08:07 Wie stellst du sicher, dass du die Entscheidung nicht zu früh änderst?
10:40 Beispiel Daniel: Wie gehst du vor, wenn du eine Entscheidung ändern musst/willst?
14:03 Tipps für gute Entscheidungen - und wie du schlechte Entscheidungen vermeidest
17:32 Mutige Entscheidungen erfordern Skalierung
18:36 Wie skalierst du die Unternehmenskultur, damit eine Zusammenarbeit funktioniert?
21:48 Glaubst du, dass Remotework ein Risiko oder einen Vorteil darstellt?
23:14 Wie ging es für dich nach Shopify weiter?
24:50 Was ist deine Mission?

DANIEL WEINAND
Die vorherige Podcastfolge mit Daniel findest du hier: Daniel Weinand, Shopify | Gründerstories | Unicorn Bakery (jungunternehmerpodcast.com)
Daniel auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/danielweinand/

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„Ich will nicht nur als der Shopify-Typ bekannt sein“

Co-Founder Daniel Weinand über Entscheidungen, Kurskorrekturen und die Mission, die ihn antreibt

Nach 12 Jahren als Chief Designer, Chief Creative Officer und Chief Culture Officer bei Shopify hat der nach Kanada ausgewanderte deutsche Gründer entschieden, sein Erfolgs-Start-up zu verlassen. 

Die Liste seiner seitherigen Aktivitäten ist vielfältig: Neben der Gründung des Entertainment-Anbieters “Blue Pacific Studios” ist er als Komponist tätig und baut gerade einen VC-Fund auf: 

„Auch wenn es so aussieht, als hätten all diese Dinge nichts miteinander zu tun, gibt es eine Art roten Faden bezüglich meiner Interessen, meinen Zielen und dem, womit ich meine Zeit verbringen will“, stellt Daniel Weinand klar. Er möchte seine seit dem Shopify-Abgang gewonnene Freiheit nutzen, um etwas in der Welt zu bewirken:  

„Während meiner Zeit bei Shopify habe ich mich immer gefragt, wie ich unsere Firma verbessern kann. Jetzt frage ich mich stattdessen, welche Bereiche der Welt ich verbessern kann. Meine Mission hat inzwischen viel mit Vermächtnis zu tun. Es gibt gewisse Dinge, die ich gerne in unserem Land sehen würde. Aus diesem Grund bin ich einem VC-Fund beigetreten, der sich auf kritische Infrastruktur konzentriert.“ 

Aus dem Schatten eines so erfolgreichen Unternehmens wie Shopify herauszutreten, ist nicht immer einfach. Trotzdem konzentriert er seine Energien inzwischen auf sein eigenes Vermächtnis:  

„Ich will nicht als der Typ von Shopify bekannt sein. Ich will für etwas bekannt sein, das mich als Individuum betrifft und keine Firma“, stellt der Mehrfach-Gründer klar. 

Auch wenn er im Laufe seines Lebens immer wieder Neuland betritt, hat er keine Angst davor, auch „Nein“ zu sagen: So hat er sich zum Beispiel entschieden, einen Job als Filmkomponist aufgrund kreativer Differenzen abzusagen:

„Ich will keine zwei oder drei Monate damit verbringen, an etwas zu arbeiten, auf das ich am Ende des Tages nicht stolz sein kann. Es ist schwer, solche Entscheidungen zu treffen, weil es emotional ist und man Angst hat, eine Chance zu verpassen. Aber es ist wichtig, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein, damit man nachts ruhig schlafen kann“, begründet Daniel Weinand die Entscheidung. 

Auch im Businessbereich sowie im Leben überhaupt propagiert er eine Mischung aus Entscheidungsfreudigkeit und der Fähigkeit, Entscheidungen auch wieder zu revidieren: 

„Leben ist kein Schachspiel. Du kannst, basierend auf den Informationen, die du zu einem gewissen Zeitpunkt hast, alles richtig machen und trotzdem scheitern. Aus diesem Grund versuche ich immer, in kurzer Zeit möglichst viele und wertvolle Informationen zu sammeln.  Trotzdem revidiere ich meine Entscheidungen auch, wenn neue Informationen auftauchen. Viele Leute verstehen das nicht. Stattdessen entscheiden sie sich für etwas und bleiben dabei. Und zwar, egal, was kommt.“

Obwohl es natürlich auch Fälle gibt, in denen man an bereits getroffenen Entscheidungen festhalten sollte, empfiehlt er anderen Gründern, die eigenen Entscheidungen immer wieder neu zu evaluieren: 

„Ich versuche beweglich und flexibel in Bezug auf alle Richtungen, in die ich mich bewegen will, zu bleiben“, erklärt der Jungunternehmer. Darüber hinaus ist Timing entscheidend: 

„Manchmal hat man eine gute Idee, aber es ist schlicht und einfach nicht der richtige Zeitpunkt dafür. In so einem Fall kann man die Idee in den Kühlschrank stecken und später wieder herausholen.“

Nicht zuletzt sollte man nicht allzu hart zu sich selbst sein, wenn man eine im Rückblick „falsche“ Entscheidung getroffen hat: 

„Man muss sich bewusst machen, dass das jüngere Ich nicht dieselben Informationen hatte wie ich jetzt. Es ist eine Verschwendung von Zeit und Emotionen, sich selbst für etwas herunterzumachen, was man nicht hätte wissen können. Man muss lernen, mit diesen Dingen seinen Frieden zu schließen.“

Die Fähigkeit mutige Entscheidungen zu treffen, diese aber auch wieder zu revidieren, konnte er bei der Skalierung von Shopify immer weiter schärfen. „Ein mutiger Gründer zu sein, bedeutet hoffentlich auch skalieren“, erklärt Daniel Weinand. Eine große Herausforderung bildet hier nicht nur die Bildung, sondern auch die Wahrung der Unternehmenskultur. Hier bilden Hiring-Entscheidungen das A&O:

„Wenn man in Phasen des schnellen Wachstums viele Leute einstellt, sollte man sich unbedingt fragen, was die Essenz der Unternehmenskultur ist und wie man mehr davon bekommt. Es ist viel einfacher, Menschen einzustellen, die bereits ähnliche Werte leben, als die Glaubenssätze und Einstellungen der Leute, die bereits angestellt sind, zu ändern“, reflektiert der Jungunternehmer. 

Darüber hinaus sollte man den Recruitingprozess nutzen, um gleich von Anfang an die richtigen Erwartungen zu setzen: „Die Message, die Fragen und die Gespräche, die man im Rahmen des Hiring-Prozesses hat, setzen das Fundament für die Zusammenarbeit.“  Denn nicht nur die HR-Entscheidungen, sondern auch der Hiring-Prozess an sich formt die Unternehmenskultur auf ausschlaggebende Weise.  

Auch wenn sich Daniel Weinand inzwischen auf andere Projekte konzentriert, hat er aus seinen 12 Jahren bei Shopify viel gelernt.  Darüber hinaus zeigt uns sein entscheidungsfreudiger und trotzdem flexibler Approach in Bezug auf sein Business und sein Leben, dass man sich ruhig trauen kann, seinen eigenen Weg zu gehen. 

Neugierig geworden? Weitere Reflexionen zum Thema Entscheidungen, Wachstum und die Fähigkeit umzulenken findet ihr im Podcast….