Auf der Suche nach einem Sparring Partner für strategische Entscheidungen?
Feb. 16, 2022

Sabrina Spielberger, digidip | Female February

Sabrina Spielberger, digidip | Female February

Großer Exit mit einem Tech-Startup ohne Investoren


„Ich habe aus reiner Opportunity gegründet“

Digidip-Gründerin Sabrina Spielberger über Pragmatismus, Transparenz und den Spagat zwischen Automatisierung und persönlicher Kundenbetreuung   

„We don’t make promises. We deliver. ”: Die Gründungsgeschichte von Digidip ist eher von Pragmatismus als von Passion geprägt. Denn Sabrina Spielberger wollte weder unbedingt ein eigenes Unternehmen gründen, noch das Thema „Affiliate-Marketing“ zum Inhalt ihrer Karriere machen. 

„Ich habe aus reiner Opportunity gegründet, weil es für mich ein No-Brainer war mit dem Produkt in den Markt hineinzugehen. Blut geleckt habe ich erst danach“, stellt die Unternehmerin klar.

Dass sie ausgerechnet ein Adtech-Unternehmen im Bereich des Affiliate-Marketings gründete, war vor allem eine pragmatische Entscheidung: „Ich habe ähnliche Technologien benutzt und war von keiner davon so richtig überzeugt. Ich dachte, es gibt vielleicht eine Chance, dass es auch andere nicht überzeugt.“

Und so kam es 2013 zur Gründung von Digidip, einem Unternehmen, das im Bereich des Affiliate-Marketings als Mittelsmann zwischen Publishern und Brands fungiert. 

Das Unternehmen sorgt dafür, dass Links, die beispielsweise von einem Blogbeitrag zur Website eines Unternehmens führen, verlässlich getrackt werden. Sollte ein Website-Besucher dem Link folgen und sich tatsächlich für einen Kauf entscheiden, bekommt der Blogger eine finanzielle Belohnung. Als digitaler Mittelsmann, der sich um das verlässliche Tracking dieses Prozesses kümmert, erhält Digidip einen Prozentsatz des an den Blogger gezahlten Betrages.  „Wir verdienen Geld, indem wir Affiliate Netzwerke bündeln. Wir werden für getrackte Sales belohnt, von dem wir den Großteil an den Publisher ausschütten“, fasst Sabrina Spielberger ihr Geschäftsmodell zusammen.

Neun Jahre später hat sich das Start-up als verlässlicher Partner für Publisher und Brands etabliert. Zu den 30 000 Geschäftskunden des Start-ups zählen unter anderem auch E-Bay, Nike und Walmart. 

Dass sie von Anfang an „viel, aber schwache Konkurrenz“ hatte, war einerseits ein Vorteil und andererseits ein Problem. Denn in einer von Betrug und Intransparenz geplagten Branche brauchte es viel Überzeugungsarbeit, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. 

Und doch musste Sabrina Spielberger vor allem bei der Expansion in die USA auch ein wenig bluffen: 

„Als ich damals in die USA geflogen bin, um zu pitchen habe ich den Leuten erzählt, dass wir gerade ein Office [in den USA] aufbauen. Ich habe denen vermittelt, dass wir stark präsent sind und vor Ort sein können, wenn die uns brauchen.“ 

Ein Schachzug, der aufgegangen ist: Obwohl das Unternehmen nach wie vor keinen einzigen Mitarbeiter in Nordamerika hat, ist die USA heute Digidip’s größter Markt. Denn auch ohne Office ist das Unternehmen dank seines Remote-Ansatzes auch für die amerikanischen Kunden gut erreichbar. 

„Wir haben den Spagat geschafft, dass wir einerseits alles für den Kunden automatisieren, aber auch eine Hands-on Kundenbetreuung bieten“, fasst die Jungunternehmerin ihr Erfolgsrezept zusammen. Dies ist sowohl für Content-Creators als auch für die Brands attraktiv. Während Erstere sich auf die Kreation von Content konzentrieren können, können Brands sich darauf verlassen, dass sie nicht betrogen werden: Eine Win-win-Situation für beide Seiten also. 

Und doch ist es keineswegs selbstverständlich, dass Digidip sich an der Spitze des Marktes etabliert hat. „Als ich Digidip gegründet habe, hieß es ‚Wir brauchen nicht noch ein Metanetzwerk”erinnert sich die Unternehmerin an die Anfangsphase: “Die Konkurrenz hat keinen guten Job gemacht und es war deswegen schwierig, uns als besser zu verkaufen.” 

Sie rät anderen Jungunternehmern vor allem, pragmatisch zu bleiben und ihre Hausaufgaben zu machen:

 „Ich würde den Markt erst mal genau recherchieren. Man sollte nicht nur aufs Bauchgefühl hören und seiner Leidenschaft folgen. Es ist wichtig Dinge wie den Markt, Chancen und Risiken einzubeziehen. Außerdem ist der Unique Selling Point und auch die Konkurrenzanalyse ein ganz wichtiger Punkt.“ 

Ganz ohne Leidenschaft geht es allerdings auch nicht. Schließlich ist es das, was einen dazu motiviert trotz aller Schwierigkeiten weiterzumachen. Zudem musste die Jungunternehmerin erst lernen, dass man nie früh genug damit anfangen kann, Werte zu etablieren und die Unternehmenskultur proaktiv zu gestalten: 

“Ich habe viel zu spät Werte aufgestellt. Damals habe ich gedacht, das ist Start-up Blabla und das brauchen wir nicht. Aber es ist schon wichtig.”, meint die Gründerin rückblickend. 

Obwohl Sarah Spielberger nach wie vor für Digidip arbeitet, hat sie das Unternehmen inzwischen verkauft. Beim Verkauf ging es ihr aber nicht ums Geld, sondern um die Zukunft der Firma: 

„Ich habe das Gefühl, die Branche wird sich stark verändern. Wir brauchen Innovation. Mit bestimmten Themen kenne ich mich einfach nicht aus. Aus diesem Grund habe ich verkauft“, begründet die Jungunternehmerin die Entscheidung. Außerdem ist sie sich nicht sicher, wie lange sie noch Teil ihres eigenen Start-ups sein will: 

„Noch wachse ich, aber ich kann dir nicht sagen, ob das in Zukunft noch eine Branche ist, in der ich mich noch weiterentwickeln will…“

Wenn ihr mehr über Sarah Spielberger’s pragmatischen Ansatz, ihre Meinung zum Thema Netzwerk und ihre Zukunftspläne hören wollt, dann hört rein in den Podcast! 

 

Die Fragen:

  • 02:41 Wann hast du dein Interesse am Gründen entdeckt?
  • 03:15 Wann kam für dich der richtige Moment zum Gründen?
  • 04:36 Was ist digidip?
  • 07:33 Wie funktioniert das Geschäftsmodell?
  • 9:00 Wie habt ihr Händler und Marketer von eurer Plattform überzeugt?
  • 16:12 Wo steht ihr heute?
  • 18:29 Wie seit ihr in die USA expandiert?
  • 21:29 Welche Rolle spielt Networking für dich?
  • 25:15 Mit welchen Menschen tauschst du dich gerne aus?
  • 26:50 Was hättest du gerne früher übers Gründen gewusst?
  • 27:43 Was würdest du bei deiner nächsten Gründung anders machen?
  • 32:23 Wie siehst du digidip in 5 Jahren?
  • 35:12 Siehst du deine Zukunft trotz Exit bei digidip?
  • 36:17 Was möchtest du anderen Gründern auf den Weg geben?

Vielen Dank fürs reinhören!

 

SABRINA SPIELBERGER:

 

Der #FemaleFebruary ist nur möglich dank der Unterstützung von Canva, deinem Design-Tool für alles, was mit Inhalten und Präsentationen zu tun hat. Canva bietet allen, die den Female February lesen oder hören, eine verlängerte Testphase für ihre Pro-Version an (die Kernfunktionen sind ohnehin kostenlos). Klicke hier, um die neue Art der Content Creation in Teams 45 Tage lang zu testen. Link dazu: https://canva.me/femalefebruary

 

DU GRÜNDEST EIN STARTUP?

Falls du bei deiner Startup Gründung Hilfe brauchst, meld dich gerne. Fabian, der Host dieses Podcasts, arbeitet mit diversen Startups, die zwischen Pre-Seed und Series A stecken zusammen und vielleicht kann er dir ja auch helfen: https://jungunternehmerpodcast.com/startup-advisory

 


See acast.com/privacy for privacy and opt-out information.