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March 30, 2022

Wie Enpal durch ein starkes Leadership Team zum ersten "Grünen" Unicorn wurde | Mario Kohle, Enpal

Wie Enpal durch ein starkes Leadership Team zum ersten "Grünen" Unicorn wurde | Mario Kohle, Enpal

Mehr als eine Milliarde Dollar Bewertung für einen Solaranlagen-Vermieter? Enpal Gründer Mario Kohle spricht über die Bausteine für den Erfolg von Enpal, dem ersten Greentech Unicorn. 

Was hat er aus seiner ersten Gründung gelernt? Welche Rolle spielt das richtige Team und wie baut man dieses auf?

Kapitel:
1:16 Was hast du aus deiner ersten Gründung mitgenommen und wie bist du zum Gründen gekommen? 
2:29 Was ist das Geschäftsmodell von Käuferportal? 
3:09 Wie kamst du von Käuferportal dann zu Enpal? 
4:45 Wieso seid ihr mit dem Verkauf von Produkten gestartet? 
6:39 Was kostet eine Solaranlage und wie hat der Preis euer Geschäftskonzept verändert? 
8:15 Wie hat sich das Angebot im Vergleich zu damals verändert? 
9:06 Rechnungsbeispiel Solaranlage 
12:23 "Wie seid ihr gestartet, was waren die ersten Schritte?" 
14:37 "Was waren anfangs die wichtigsten Bereiche, in denen du froh warst, jemanden zu haben?" 
17:25 "Wie definierst du ""richtige Leute""?" 
19:24 Wie bist du vorgegangen bzw. was empfiehlst du: Senior oder Junior einstellen? 
22:21 Was ist dein Rezept für persönliche Weiterentwicklung? 
25:05 Buchempfehlungen
26:00 Was ist deine Management-Philosophie? 
28:40 "Gibt es Bereiche, bei denen du dich nicht überflüssig machen kannst/möchtest?" 
31:05 "Welche Auswirkungen hat es, wenn man trotz schlechtem Gefühl jemanden einstellt?" 
33:25 Was sind die Ziele für 2022 und darüber hinaus?


Der zweifache Gründer Mario Kohle über den Klimawandel, sein Start-up EnPal und die richtige Mischung aus Größenwahnsinn und Demut

Das 2017 von Mario Kohle gegründete Start-up EnPal machte zuletzt im Oktober 2021 auf sich aufmerksam, als bekanntwurde, dass das Start-up eine C-Series Fundingrunde von 150 Millionen Dollar eingesammelt hat. 

Das Geschäftsmodell von Enpal ist einfach: Anstatt sich eine Solaranlage anzuschaffen, können Kunden sich bei Enpal eine mieten. Für einen monatlichen Betrag übernimmt Enpal die Planung, Montage und Wartung eines hauseigenen Solarsystems. Die monatlichen Kosten fallen, je nachdem, ob man auch in einen Stromspeicher investiert, sogar niedriger aus als die Stromrechnung. Aber damit ist es noch nicht genug: Nach zwanzig Jahren können Kunden „ihre“ Solaranlage für einen symbolischen Preis von einem Euro kaufen. 

„Unsere Hypothese war, dass viele Leute eine Solaranlage haben wollen, [den Schritt aber aufgrund der Kosten und der Komplexität der Installation nicht gehen]“, erklärt Mario Kohle den Ursprung der Idee: „Ich dachte, wenn wir es denen einfacher machen, eine Solaranlage zu bekommen, dann machen die das. Wir haben überlegt, wie wir eine wirkliche No-Brainer-Lösung schaffen können, zu der du nicht ‚Nein‘ sagen kannst.“

Der Ansatz ist mehr als aufgegangen: Mit einer inzwischen über mehrere Runden auf 780 Millionen Euro angewachsenen Finanzierung ist Enpal Deutschlands erstes Green-Tech-Unicorn. Für Mario Kohle ist dies allerdings erst der Anfang: 

„Wir wollen bis Ende des Jahrzehnts eine Million [Haushalten zu Solarsystemen verhelfen]“, erklärt der Jungunternehmer: „Wir setzen uns damit wahnsinnig unter Druck, denn wir haben bis jetzt erst 14 000 gebaut.“  Dass er sich die Latte vielleicht zu hoch gesetzt hat, ist ihm durchaus bewusst. Und doch will er lieber zu groß als zu klein denken: „Das Risiko für größenwahnsinnig gehalten zu werden, nehmen wir bewusst in Kauf. Wir werden die drohende Klimakatastrophe aber nur lösen, wenn wir groß denken und schnell sind.“ 

Denn Mario Kohle hat eine klare Mission: 

„Ich komme aus einem ehemalig sozialistischen Land. Mir war daher wichtig, was zu machen, was zu einer positiven Zukunft beiträgt. Um die Jahre 2015 und 2016 herum, ungefähr zu der Zeit, als Trump gewählt wurde, hatte ich meinen persönlichen Greta Thunberg Moment. Zu der Zeit habe ich mich viel mit den großen Menschheitsthemen beschäftigt und bin dabei beim Klimawandel, oder besser gesagt der bevorstehenden Klimakatastrophe hängengeblieben. Ich habe festgestellt, dass die Klimakatastrophe abzuwenden ist, wenn wir Menschen schnell auf erneuerbare Technologien umswitchen. Konkret bedeutet das, eine Solaranlage auf dem Dach, ein Speicher im Haus und ein Elektroauto vor der Tür. Als ich das gesehen habe, blieb mir nichts anderes übrig, als [mein erstes Unternehmen] zu verkaufen und Enpal zu gründen.“

Und so wie es aussieht, ist das Start-up auf dem besten Weg, um dieses Ziel auch umzusetzen: 

„How do you eat an elephant? Piece by Piece”, meint der Gründer auf die Frage, wie er eine so große Aufgabe angeht: „Wir sind Schritt für Schritt vorgegangen, haben weitergelernt und unser Angebot sukzessive erweitert.“ Überhaupt setzt der Gründer nicht nur bei sich selbst, sondern auch in der Unternehmenskultur und seinen Mitarbeitern auf eine Mischung aus hoher Ambition und Demut: 

„Ich glaube, dass persönliche Weiterentwicklung der unternehmerische Schlüssel ist. Denn meine eigene Weltsicht und mein Mindset limitiert die Firma auch häufig. Es ist wichtig, dass man in der Position, in der ich bin, versteht, dass man die Bremse im Wachstum ist. Ich versuche daher, mich ständig weiterzuentwickeln und Leute einzustellen, von denen ich auch was lernen kann.“

Überhaupt ist für Mario Kohle das richtige Team das A&O: 

„Wir haben von Anfang an viel Zeit damit zugebracht, das richtige Team zusammenzustellen. Die richtigen Leute an Board zu haben, ist der absolute Schlüssel für eine gute Firma.“

Im Hiring setzt er meist auf Menschen, die nicht nur Overachiever, sondern auch angenehme Mitmenschen sind. Darüber hinaus versucht er Mitarbeiter einzustellen, deren Persönlichkeit auch wirklich perfekt zur erfüllenden Aufgabe passt:   

„Persönlichkeitseigenschaften sind wichtiger, als harte Skills. Skills  kann man nämlich lernen. Wir schätzen Menschen sehr, die einen Beginner’s Mindset mitbringen und nicht überlegen, wie es bereits läuft, sondern wie es eigentlich laufen sollte.“

Auch wenn er selbst besonders, wenn es um den Aufbau neuer Bereiche und der Unternehmenskultur geht, auch auf niedriger Flughöhe involviert ist, ist ihm bewusst, dass Enpal seine hochgesteckten Ziele nur dank seines starken Teams erreichen kann: 

„Ich arbeite nur mit Leuten zusammen, die ich nicht führen muss und von denen ich was lernen kann. Aus diesem Grund lasse ich lieber einen Leadership-Bereich vier Jahre lang ohne klaren Leader, als die falsche Person ins Team zu holen. Ich habe nämlich festgestellt, dass jemand, der sehr gut auf eine Stelle passt, gegenüber jemanden, der gut auf eine Stelle passt, Faktor 10 bis 100 Mal besser ist. Das bedeutet, wenn wir einen wichtigen Bereich haben, wo niemand drauf ist, der wirklich perfekt dafür geeignet ist, dann wird dieser Bereich zurückfallen. Kurz gesagt: Wenn es nicht funktioniert, sind die Auswirkungen dramatisch.” 

Er selbst wechselt gerne und oft zwischen hoher und niedriger Flughöhe, wenn es um die Führung von Enpal geht: 

„Es gibt Werbetexte, die ich selbst getextet habe und in anderen Bereichen bin ich nicht dabei, wenn Führungskräfte eingestellt werden. Zu wissen, wann es was braucht, verlangt ganz viel Erfahrung und Gespür. Denn die ganze Zeit nur auf hoher Flughöhe zu führen und nur tief unten zu managen funktioniert nicht. Die Herausforderung liegt darin, zu wissen, wann man was macht.“ 

 

Mario Kohle hat mit Enpal das erste grüne Unicorn Deutschlands gegründet. Sein Beispiel zeigt uns nicht nur, dass Größenwahnsinn und Demut durchaus Hand in Hand gehen können, sondern auch, dass die Rettung unserer Umwelt und rasantes Wirtschaftswachstum keineswegs unvereinbar sind. Alleine aus diesen zwei Gründen solltet ihr euch den Podcast mit diesem faszinierenden Unternehmer auf keinen Fall entgehen lassen….

 

MARIO KOHLE:

Mario auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/mario-kohle-600a8a112/ 

Enpal: https://www.enpal.de/ 

BUCHEMPFEHLUNGEN

Good to Great von Jim Collins - https://amzn.to/3Df8FXs 

Working Backwards von Colin Bryar und Bill Carr - https://amzn.to/3tIK36z 

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