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Feb. 21, 2022

Linda Haußer, Janthee Berlin | Female February

Linda Haußer, Janthee Berlin | Female February

Wie man ohne Marketingbudget eine Bikini Brand aufbaut, die von Weltstars getragen wird


„Unser erster Durchbruch war Kendall Jenner“

„Janthee“-Gründerin Linda Hausser berichtet aus Dubai über ihre aus dem Schlafzimmer heraus gegründete Bikinilinie

Auch wenn die Bikinilinie„Janthee“ inzwischen von Stars wie Kendall Jenner, Ciara und Hailey Bieber getragen wird, war der Ursprung des Labels alles andere als glamourös:

„Ich habe am Anfang superwenig investiert und hatte Glück, dass [meine Produktionspartner in Portugal] schon für 3000 oder 4000 Euro die erste Kollektion produziert haben“, erinnert sich die Gründerin Linda Hausser: „Ich habe dann in meinem kleinen 10 m² Zimmer meinen Kleiderschrank ausgeräumt und die Bikinis in das Regal gelegt.“ 

Da sie kein Geld für Marketing ausgeben konnte, entschied sie sich für den etwas mühsameren Weg.  Sie legte einen Instagram Account an und fing an, Instagram-Influencer anzuschreiben: 

„Ich fing, glaube ich, mit 50 bis 70 Followern an. Es waren nur Freunde und Familie. Natürlich haben 98 Prozent [der Influencer] mir abgesagt“, erinnert sich die Unternehmerin. Also stieg sie auf eine aufwendigere, aber effektivere Strategie um: 

„Ich war früher auch Hotelpage. Das heißt, ich wusste, wie das mit den Paketen in Hotels funktioniert. Also habe ich dann ein bisschen Influencer gestalked und Pakete [mit Bikinis] in deren Hotels abgeben.“

Auch wenn es einige Zeit dauerte, ging die Taktik letztendlich auf: Angefangen mit Farina Opoku gewannen immer mehr Influencer Gefallen an Linda Hausser’s Bademode. Und das, obwohl das Unternehmen grundsätzlich keine bezahlten Kollaborationen eingeht: „Das Budget habe ich einfach noch nicht. Ich möchte, dass die Influencer das Produkt wirklich feiern. Wenn sie es auch erwähnen, freue ich mich umso mehr“, begründet die Geschäftsführerin ihre Entscheidung, kein Geld für bezahlte Instagram-Posts auszugeben. 

Und doch sind es vor allem Social Media Influencer, die den Brand berühmt gemacht haben: 

„Unser erster Durchbruch war Kendall Jenner. Sie hat damals tatsächlich einen Bikini gekauft und einen Monat später auf Instagram gepostet. Wir waren innerhalb weniger Stunden ausverkauft.“ 

Doch trotz allem Instagram-Glamour ist Linda Hausser mit beiden Füßen fest auf dem Boden geblieben. Der Gründerin sind vor allem Qualität und faire Arbeitsbedingungen in der Produktion ein Anliegen: 

„Ich lege sehr viel Wert darauf, dass die Produkte fair produziert werden. Wir kennen jede Person, die die Produkte anfasst und näht, persönlich“, erklärt die Jungunternehmerin.  Außerdem zeigt ein Blick hinter die Kulissen, dass hinter dem äußeren Erfolg vor allem viel harte Arbeit steckt: 

„Es gab superviele schwierige Momente. Uns ist [immer wieder] das Geld ausgegangen. Vor zwei Jahren kam zum Beispiel eine Order von Zalando rein und wir hatten kein Geld, um das zu bezahlen. Mein Vater hat mir damals das Geld vorgestreckt“

Dank ihrer Hotelausbildung war die Gründerin zumindest in Hinsicht auf die harte Arbeit, die auf sie zukommen würde, gut vorbereitet: 

„Dass man viel arbeiten muss,war mir klar. Ich glaube, die Hotelausbildung hat mich sehr abgehärtet. Wenn man 12 Stunden bei 40 Grad in der Sonne kellnert, dann weiß man auch, was körperliche Arbeit bedeutet.“ 

Schwierig sei vor allem der Verzicht auf ein „normales“ Sozialleben, was wiederum eine Auswirkung auf die eigenen Beziehungen hat. Denn Menschen, die nicht selbst in Gründerschuhen stecken, fehlt oft das Verständnis für die Opfer, die man als Gründer bringen muss: 

„Du wirst Freunde verlieren, Streit mit der Familie haben und viele werden dich nicht verstehen. Aber du musst immer wieder aufstehen und weitergehen“, fasst Linda Hausser den Weg der Unternehmensgründung zusammen: „Ich bin wirklich überzeugt, dass man viel erreichen kann, wenn man alles gibt. Denn wenn du wirklich Bock hast, findest du immer eine Lösung.“ Und doch sollte man es sich gut überlegen: 

„Wenn du 95 Prozent Bock hast, würde ich’s lassen. Du musst schon 110 % Bock haben.” Denn um ein Unternehmen zu gründen, braucht es nicht nur den Willen hart zu arbeiten und auch die schweren Zeiten durchzuhalten, sondern auch eine ordentliche Portion Wahnsinn:  

„Jeder normale Mensch hätte Janthee längst geschlossen“, meint die Unternehmerin trocken: „Als ich gegründet habe, war ich in meiner Ausbildung zur Hotelfachfrau. Ich wollte einen geregelten Arbeitsablauf und ganz normal die Karriereleiter zum Hotelmanager aufsteigen…”

Wenn ihr erfahren wollt, warum sich Linda Hausser doch für die Gründung eines Start-ups entschieden hat, welche Zukunftspläne sie für den Brand hegt und warum sie jeden Tag Sport macht, dann hört rein in den Podcast…

Die Fragen:

  • 3:00 Wann hast du dein Interesse am Gründen entdeckt?
  • 7:37 Wie hat dein Marketing für die erste Kollektion funktioniert?
  • 11:30 Würde diese Technik heute immer noch funktionieren?
  • 12:23 Warum arbeiten Influencer kostenlos für dich?
  • 15:00 Wo steht ihr aktuell?
  • 17:13 Wie groß ist euer Team?
  • 19:35 Was ist die langfristige Vision?
  • 22:56 Welche Rolle spielt Networking für dich und Janthee?
  • 25:48 Welche Herausforderungen konntet ihr überwinden?
  • 31:20 Was hättest du gerne früher übers Gründen gewusst?
  • 34:29 Was möchtest du anderen Gründer:innen auf den Weg geben?
  •  

Vielen Dank fürs reinhören!

 

LINDA HAUSSER:

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