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Feb. 2, 2022

Lea Frank, anybill | Female February

Lea Frank, anybill | Female February

Einkaufen ohne Bons, mit Anybill - Wie Lea Frank sich in einen ihr völlig unbekannten Markt stürzt


„Übung macht den Meister“ 

AnyBill-Gründerin Lea Frank über Mut, neue Herausforderungen und die digitalen Kassenzettel der Zukunft  

Obwohl ein Großteil unserer täglichen Transaktionen inzwischen vollständig digitalisiert sind, wird unser Kassenzettel nach wie vor auf Papier gedruckt. „Da muss es doch eine smartere Lösung geben“, dachte sich die BWL-Studentin Lea Frank und gründete kurzerhand ein Unternehmen, dessen Mission es ist, Kassenbons vollständig zu digitalisieren. Ihr 2019 gegründetes Start-up „AnyBill“ ermöglicht es Händlern, den Kassenbon digital an ihre Kunden zu schicken. Dies funktioniert dank einer API, die sich in jede bereits bestehende Kassensoftware integrieren lässt

Inzwischen hat das AnyBill 1,9 Millionen Euro Seed-Finanzierung eingesammelt und beschäftigt 25 Mitarbeiter. Kein schlechter Start für eine Gründerin, die offen zugibt, dass sie am Anfang so gut wie nichts über das Thema digitale Kassenbons wusste:  

„Wir wussten eigentlich gar nichts. Wir wussten nur, es gibt ne Kasse und den Kassenbon und den Drucker“, erinnert sich die Jungunternehmerin. Obwohl sie sich keineswegs bereit zum Gründen fühlte, suchte sie sich ein Team zusammen und legte los: 

„Man ist eigentlich nie ready. Am Anfang geht’s immer nur um Mut. Denn das ist es, was am Ende zählt.“

An Mut scheint es Lea Frank jedenfalls nicht zu fehlen. Bei einem gemeinsamen Seminar sprach sie ihren zukünftigen CTO und Co-Founder Tobias Gulo an. Wenig später fuhren sie zur Eurocis-Messe in Düsseldorf, um sich mit der Branche zu familiarisieren. Ihren CIO Pattrick Göttler holten sie sich wenig später über Facebook ins Boot. Den Rest des Teams suchten sie sich über verschiedene Whatsappgruppen zusammen. 

Es ist ein Privileg, alles so hands-on zu lernen“, reflektiert die Gründerin über ihre bisherige Reise mit Anybill. Und doch ist das Gründerdasein kein reines Zuckerschlecken. „Ich habe gute und schlechte Tage“, meint die Jungunternehmerin.  Denn hinter jedem erfolgreichen Start-up steckt viel unsichtbare, harte Arbeit. Außerdem müsse man als Founder und CEO ständig mit neuen Anforderungen mitwachsen: 

„Sobald du denkst, jetzt bist du eingegroovt, kommt die nächste Herausforderung um die Ecke. Es ist nicht immer so einfach, wie es aussieht. Da steckt schon viel harte Arbeit dahinter. Du musst immer dranbleiben und wenn du denkst, du kannst nicht mehr, musst du weiter durchhalten.“

Und trotzdem scheint die MA-Absolventin, die zum Zeitpunkt der Gründung nicht viel mehr als ein paar Praktika auf ihrem Lebenslauf zu verbuchen hatte, rasant mit ihren neuen Aufgaben mitgewachsen zu sein. Das Mantra “Learning by Doing” hat sie sich  mit Haut und Seele einverleibt:

 “Irgendwann wird es einfach besser. Übung macht den Meister. Man muss nur immer wieder aus der Komfortzone raus.“

Sie rät anderen Jungunternehmern, sich nicht vom deutschen Sicherheitsdenken abschrecken zu lassen. Auch ihr wurde am Anfang von vielen gesagt, dass digitale Kassenbons nicht umsetzbar sein würden.  Und doch gab es auch einige Stimmen in der Branche, die früh an die Idee glaubten und der Gründerin mit Rat und Tat zur Seite standen.  Sie rät anderen jungen Menschen, ihre Businessidee nicht zu lange für sich zu behalten: „Es bringt immer was, mit vielen Leuten zu sprechen und sich Feedback zu holen.“  Trotzdem sollte man es sich mit der Gründung gut überlegen. Sie selbst habe mit mehreren verschiedenen Ideen gespielt. Anybill war aber die einzige Idee, die ihr nicht mehr aus dem Kopf ging. Zusätzlich überzeugte die 2020 vom deutschen Staat eingeführten Belegausgabepflicht, der allumfassende Digitalisierungstrend und das wachsende öffentliche Interesse am Thema Nachhaltigkeit Lea Frank, dass der richtige Zeitpunkt für ihr Unterfangen gekommen war. Während Anybill momentan noch über einen QR-Code funktioniert, soll bald der gesamte Prozess automatisiert werden. In Zukunft sollen Kunden ihren Beleg bei ihrer Zahlung automatisch mit übermittelt bekommen. Ein Ansatz, der nicht nur nachhaltig ist, sondern dem Kunden die Buchhaltung und den Überblick über die eigenen Finanzen maßgeblich vereinfachen kann. 

Die Grundsteine sind gelegt. Um in unserem täglichen Gebrauch Fuß zu fassen, muss Anybill im nächsten Schritt möglichst viele Händler für sich gewinnen. Auch Partnerschaften mit Banken und Buchhaltungsprovidern stehen auf der Wunschliste von Lea Frank, denn die Möglichkeiten, die ein digitales Belegsystem auch für andere Branchen aufmacht, sind endlos. „Wir wollen ein Netzwerk aufbauen, damit andere an uns andocken können“, meint die Gründerin zu den Zukunftsplänen des jungen Unternehmens. 

Eines steht außer Frage: 

Anybill hat das Potenzial, um nicht nur unseren Einkauf vom Papierbeleg zu befreien, sondern auch unsere Buchhaltung maßgeblich zu vereinfachen. Wenn ihr mehr über die Entstehungsgeschichte des Unternehmens erfahren wollt, das gerade den Kassenzettel ins 21. Jahrhundert holt, dann hört rein in den Podcast…

 

Die Fragen:

02:19 Wann kam die Faszination fürs Gründen auf?

04:44 Wann hast du dich bereit gefühlt?

11:39 Wie habt ihr den für euch unbekannten Markt erschlossen und wie funktioniert anybill?

19:05 Wie funktioniert anybill?

22:50 Wo steht anybill aktuell?

26:57 Was hättest du gerne vor dem Gründen gewusst?

29:14 Tipps für Leute die auch gründen wollen

 

 

Vielen Dank fürs reinhören!

 

LEA FRANK

- LinkedIn: https://de.linkedin.com/in/lea-frank-27b15989

- anybill: https://anybill.de

 

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Falls du bei deiner Startup Gründung Hilfe brauchst, meld dich gerne. Fabian, der Host dieses Podcasts, arbeitet mit diversen Startups die zwischen Pre-Seed und Series A stecken zusammen und vielleicht kann er dir ja auch helfen: https://jungunternehmerpodcast.com/startup-advisory

 


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