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Feb. 4, 2021

Die Kolibri Games Story - Daniel Stammler, Janosch Sadowski | Gründerstories

Die Kolibri Games Story - Daniel Stammler, Janosch Sadowski | Gründerstories

Wie fängt man eigentlich an eine App zu bauen, die später +100 Millionen User haben wird? Wo lernt man seine Mitgründer kennen und wie viele Projekte stellt man zwischenzeitlich ein?


 

Wie fängt man eigentlich an eine App zu bauen, die später +100 Millionen User haben wird? Wo lernt man seine Mitgründer kennen und wie viele Projekte stellt man zwischenzeitlich ein?

 

Daniel Stammler und Janosch Sadowski haben geschafft wovon viele Träumen: Innerhalb von nur fünf Jahren haben sie eine Firma gegründet, auf mehr als 100 Mitarbeiter & +100 Mio. Nutzer skaliert und dann auch für mehr als 100 Mio. Euro an Ubisoft verkauft.

 

Im Rückblick klingt das alles simpel, einfach und planbar.

Doch wie hat alles begonnen?

Wie waren die Bedingungen bei der Gründung in der WG und wo haben sich Janosch, Daniel und die anderen Mitgründer eigentlich kennengelernt?

 

Dies ist die erste Episode der Kolibri Games Story. 

Wenn du konkrete Fragen hast, schick mir diese gerne an fabian@jungunternehmerpodcast.com und ich versuche sie gemeinsam mit den Beiden in den nächsten Folgen zu besprechen.

Oder du hältst Ausschau nach unseren regelmäßigen Clubhouse Talks, in welchen Daniel und Janosch deine Fragen beantworten werden. Den ersten Talk gibt es am Freitag, den 5.2. um 17 Uhr hier: https://www.joinclubhouse.com/event/myWbjZK4

 

Wichtige Links: 

- Janosch's LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/janoschsadowski/

- Daniel's LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/daniel-stammler-7a954152/

- Kolibri Games: https://www.kolibrigames.com/

 


See acast.com/privacy for privacy and opt-out information.

Transcript

Fabian Tausch: 00:00:00,040 --> 00:00:48,750
Herzlich willkommen zu einer neuen Podcast Folge Jungunternehmer Podcast! Heute mit zwei Gästen. Erstens ungewohnt. Zweitens, jemand den ich schon mal da hatte, einen der beiden zumindest. Und es handelt sich um Daniel Stammler und Janosch Sadowski, die beiden Gründer oder zwei der Gründer von Kolibri Games. Wenn ich die beiden sage, klingt es, als ob ihr das nur zu zweit gemacht hättet, das wäre ja auch falsch. Daniel war im ich glaube es war Juli schon mal bei mir im Podcast und hat bisschen erzählt, weil es wirklich eine unfassbar faszinierende Story ist. Also Kolibri Games hat innerhalb von kürzester Zeit, müssten ca. fünf Jahre gewesen sein, als Bootstrap Startup wirklich alles erreicht, was man erreichen kann, sag ich jetzt. Das seht ihr natürlich anders auf der anderen Seite des Bildschirms. Wir nehmen natürlich zu Corona Zeiten remote auf.

Fabian Tausch: 00:00:50,140 --> 00:02:21,750
Kurz mal ein paar Zahlen, Daten, Fakten. Ich kann natürlich das erste Interview nahe legen. Wir werden nicht ganz so auf alle einzelnen Punkte direkt so durch rushen, sondern werden uns hier viel mehr Zeit nehmen, auf die Anfangszeiten einzugehen und zu verstehen, wie sich das wirklich entwickelt hat. Weil in der Retrospektive hat man immer so drei, vier Kernpunkte, die man erzählt und man vergisst glaube ich doch ein bisschen was. Und ja, ihr habt 2016 als Fluffy Fairy Games gestartet, zumindest das heutige Kolibri Games. Es gab vorher noch das eine andere Projekt. Ihr macht Handy Spiele, zum Beispiel Idle Miner Tycoon. Ihr habt gerade noch mal gesagt inzwischen nicht mehr über 100 Millionen sondern eher Richtung 150 Millionen Downloads. Dann auch nicht mehr 100 Mitarbeiter, sondern 130. Also das interview ist ein halbes Jahr her, aber ihr wachst immer noch wie verrückt. Dementsprechend - da tut sich einiges! Ihr habt letztes Jahr bekannt gegeben ich glaub 75 % eures Stakes an Ubisoft zu verkaufen und über die nächsten vier Jahre dann die 100%. Da dürft ihr gleich noch mal ein, zweit Details zu sagen. Ist ja immer so dieses man liest was und man merkt sich so ein, zwei Kleinigkeiten, aber ob man es dann 100% genau wiedergibt, das überlasse ich dann lieber euch nochmal. Daniel, ich fange mit dir noch mal kurz an. Wir hatten dich ja schon im Podcast und dementsprechend kennt dich der ein oder andere Hörer. Willst du nochmal zwei, drei Sätze zu dir sagen und dann Janosch den Ball zu spielen?

Daniel Stammler: 00:02:23,450 --> 00:03:12,550
Ich bin ursprünglich aus Heidenheim, auch so wie Janosch aus Süddeutschland, Baden Württemberg und hab dann 2010 in Karlsruhe angefangen zu studieren, Wirtschaftsinformatik und das war schon immer so ein bisschen mein Welt. So auf der einen Seite die IT - ich kann programmieren, habe als Schüler schon programmiert, fand das cool. Aber ich fand auch die Unternehmensseite cool. Fand es cool irgendwie auch was aufzubauen, was auch dann gute Gehälter zahlen kann und dann auch lange erfolgreich ist. Und bin dann eben 2010 nach Karlsruhe, hab dann dort auch angefangen mit kleineren Projekten immer mal wieder das Unternehmertum aus zu probieren. Ich glaube wann haben wir uns kennengelernt Janosch? Seit 2011/12 in Karslruhe dann? Da bei so kleinen Projekten zusammengearbeitet und dann eben später so 2016 Kolibri Games - damals Fluffy Fairy Games - gegründet.

Janosch Sadowski: 00:03:13,840 --> 00:03:15,050
Ja, genau.

Fabian Tausch: 00:03:16,810 --> 00:03:19,470
Sag mal zwei, drei Sätze zu dir. Ich mein "ja, genau" ist...

Fabian Tausch: 00:03:20,580 --> 00:03:20,930
Janosch

Fabian Tausch: 00:03:20,930 --> 00:03:28,890
Du darfst auch noch mal kurz anschließen. Auch wenn die Story ist - natürlich ihr habt euch da kennen gelernt, ab da ging es dann zusammen. Aber sag trotzdem mal zwei, drei Details zu dir.

Janosch Sadowski: 00:03:29,270 --> 00:04:36,850
Also sehr ähnliche Story bei mir. Ich komme tatsächlich auch aus Heidenheim bzw. einem Dorf nahe Heidenheim und bin auch ähnlich alt wie Daniel. Und wir waren dann tatsächlich auch mit der Abifahrt, dann im gleichen Dorf am Goldstrand, aber sind uns nie so wirklich über den Weg gelaufen. Schon irgendwie krass, so ein kleines Dorf, man ist gleich alt, irgendwie ähnlicher Freundeskreis aber man läuft sich nie so wirklich über den Weg. Und das ist dann tatsächlich erst in Karlsruhe passiert, während dem Studium. Ich hab dann auch tatsächlich erst ein Jahr später angefangen als Daniel zu studieren und ja, hatte auch immer so viel Interesse an Unternehmertum, an eigenen Projekten, was eigenes zu starten und dann sind Daniel und ich uns tatsächlich über den Weg gelaufen und haben gesagt ok, wir haben hier ähnliche Interessen, ein ähnliches Profil, lass doch zusammen irgendetwas starten, zusammen eine Sache probieren!

Fabian Tausch: 00:04:38,050 --> 00:05:03,690
Kurze Frage: D.h. eigentlich hätte es ein paar Saufgeschichten geben müssen vom Goldstrand? Also, ich höre man geht dort auch ab und zu mal was trinken und nicht nur für Sight-Seeing hin, aber ihr kanntet euch da noch gar nicht und es wirklich ja erst später passiert. D.h. ihr habt so aneinander vorbei gelebt in diesen Wochen dort noch. D.h. wahrscheinlich hat man eure Storys dann im Dorf weiter erzählt. Ihr habt über Ecken voneinander gehört, aber wusstet nicht wer es ist oder wie ist das?

Daniel Stammler: 00:05:04,430 --> 00:05:29,250
Ja also damals gab es noch keine Storys über uns. Da waren wir halt noch normal einfach als Studenten und haben uns da in Karlsruhe, dort waren wir ja eben in der studentischen Unternehmensberatung Delta, kennen gelernt. Aber tatsächlich ja, in Heidenheim - Wir haben gemeinsame Freunde, wir sind uns sicher auch mal über den Weg gelaufen, aber so befreundet waren wir damals nicht. Das kam dann erst später.

Fabian Tausch: 00:05:29,840 --> 00:06:35,930
Heidenheim kenne ich als Vierten aus der zweiten Bundesliga, dementsprechend kann ich es grob einordnen. Das wär mir tatsächlich sonst ein bisschen schwerer gefallen, bin ich ganz ehrlich. Aber ich muss sagen, für kleine Städte zweite Liga verfolgen ist nicht verkehrt, aber hier geht es gerade nicht um mich und meine Fußball Leidenschaft, sondern vielmehr darum wie es angefangen hat. Ihr habt gerade studentische Unternehmensberatung erwähnt. Jetzt mal auch darauf bezogen also ihr seid in die Uni gegangen, ihr wusstet, okay ich will irgendwie... mich interessiert es etwas Eigenes zu machen. Was hat euch die die studentische Unternehmensberatung vielleicht auch geholfen an Wissen, an Skills aufzubauen? Weil ich glaube, viele fragen sich ja, wie fange ich damit an? Also ich meine Unternehmertum ist heute glaube ich irgendwie attraktiver denn je, weil es mehr Storys gibt, weil man mehr drüber spricht, und deswegen stellt sich öfter die Frage, wie fange ich damit eigentlich an? Und mich würde mal eure Sicht der Dinge darauf interessieren. Jetzt gerade mal Daniel.

Fabian Tausch: 00:06:37,450 --> 00:06:38,550
Was würdest du sagen?

Daniel Stammler: 00:06:39,260 --> 00:07:58,250
Ich glaube - vielleicht ganz kurz was macht die studentische Unternehmensberatung? Im Grunde genau das Gleiche wie auch nicht studentische Unternehmensberatungen: d.h. Unternehmen beraten, aber natürlich in einem deutlich kleineren Kontext. Aber man muss sagen, es ist schon professionell, also das heißt die Unternehmen müssen schon für die Projekte zahlen und jetzt auch nicht einen Ramschpreisen, sondern schon so, dass auch sich Unternehmen in dem Sinn überlegen müssen, möchten sie das wirklich machen? Auf der Umkehrseite bedeutete das natürlich, wenn man ein Projekt macht, muss man auch wirklich Leistung bringen. Man muss sich wirklich überlegen, was verkauft man dem Kunden und den kompletten Prozess durchgehen. Man fängt natürlich an irgendwie als Teammitglied, irgendwann wird man dann Projektleiter so, aber in der Regel so Teams drei, vier bis fünf Leute und du musst dann halt den Prozess durch gehen. Von am Anfang dir zu überlegen, was bietest du dem Kunden an, was ist das Problem des Kunden, wie wirst du das lösen? Über die Preisverhandlungen, bis am Ende noch die Umsetzung, dass er am Ende noch hoffentlich zufrieden ist. Und ich finde, der lernt man super viele verschiedene Sachen. Auf der eine Seite lernt natürlich viel inhaltlich wie wie strukturiert man denn so ein Angebot, wie strukturiert man Präsentationen, wie strukturiert man überhaupt so die Lösung, die man anbieten will? Das klassische was man in der Unternehmensberatung lernt ist ja analytisches Denken. So der Kunde hat das Problem, was machen wir? Führen wir eine Software? Führen wir Prozesse ein? Sagen wir dem Kunden, machen wir lieber was ganz anderes?

Daniel Stammler: 00:07:58,810 --> 00:09:15,860
Das das lernt man natürlich viel. Auf der anderen Seite aber, und für mich persönlich war dass das viel wichtigere Learning, war dass man einfach Ownership lernt. Weil es ist nicht so, wie wenn man irgendwo Werkstudent ist in einem Unternehmen, was wir auch waren, wo man hat angestellter Werkstudent ist. Man bekommt halt die Aufgaben, bekommt sein Gehalt und ob man das jetzt ein bisschen besser macht oder schlechter ist eigentlich auch nicht so wichtig. Und man hat halt so die Sicherheit in einer Unternehmensberatung bzw. in der studentischen Unternehmensberatung, wenn der Kunde am Ende es einfach blöd findet, dann sagt er: "Nö sorry, sorry keine Lust, ich finde es nicht gut genug. Tschau!" Und dann sitzt man sich natürlich erst dran und denkt sich so "krass, okay." Und man hat niemanden, dem man die Schuld geben kann, weil am Ende ist man halt einfach selber dafür verantwortlich ob das was man anbietet, angenommen wird oder nicht. Und wenn man Ende dann zu dem Schluss kommen würde okay, der Kunde ist halt irgendwie ein schlechter Kunde, dann ist das finde ich auch wieder die eigene Verantwortung, weil man dann vielleicht gar nicht erst mit dem Kunden hätte anfangen sollen. Gar nicht erst irgendwie ein Angebot strukturieren, was in der Regel auch schon einige Tage braucht. Und so führt es dann alles immer wieder zurück auf das eigene Ownership. Besonders wenn man dann eben die Projekte leitet, wo man einfach keine Ausreden finden kann warum was nicht funktioniert, sondern man sich immer selbst fragen muss: "Was hätte ich besser machen können?" Und das dann im Optimalfall natürlich das nächste Mal auch besser macht!

Fabian Tausch: 00:09:17,470 --> 00:09:28,880
Danke dir Janosch! Ich weiß, du würdest das jetzt wahrscheinlich so unterschreiben - ihr kennt euch ja gut genug und habt das gemeinsam erlebt, aber was gibts vielleicht noch Nuancen, wo du sagst okay, die sind auf jeden Fall nicht zu vernachlässigen?

Janosch Sadowski: 00:09:30,940 --> 00:10:26,450
Ja also wenn es gerade um das Thema studentische Unternehmensberatung geht, dann ist ist es schon so: du kommst da vielleicht rein, bist sehr jung und plötzlich musst du da mit irgendwelchen Großkonzernen sprechen, also von Software Großkonzernen, bei Energieriesen und dann sind irgendwie super smarte Leute, die da plötzlich hunderte von Leute leiten und die sagen: "Okay, lös mal das Problem für mich!" Und das ist dann natürlich schon eine sehr, sehr große Herausforderung auch irgendwo für so ein studentisches Team dann. Natürlich und da muss man dann schauen, okay, man hat denen Sachen versprochen und am besten over delivered man natürlich auch und macht so das Beste und überrascht den Kunden sehr, sehr positiv was da dabei rauskommt. Und man lernt natürlich super, super viel!

Daniel Stammler: 00:10:28,890 --> 00:11:36,650
Eine Sache die ich vielleicht noch ergänzen will da ist das Netzwerk, dass wir durch Delta bekommen haben war auch super. Man muss natürlich sagen so eine studentische Unternehmensberatung wie Delta - es kommen nur super engagierte Leute hin, weil man sich natürlich da erst hoch arbeiten muss und da am Anfang auch niemals mit der 40 Stunden Woche irgendwie, insgesamt mit Studium plus der Beratung hin kommt und man dann einfach natürlichen einen Filter hat und dadurch super ambitionierte Leute hat. Und auch einige unserer ersten Mitarbeitern auch später und auch jetzt noch, sind einfach von Delta, weil wir die noch kennen oder gute Kontakte gepflegt haben und die Leute finden das natürlich cool was wir machen - weil wir halt gegründet haben - aber gleichzeitig sind das einfach super Leute, die sonst halt zu McKinsey und Co gehen würden, die wir dann einfach bekommen, weil wir einen guten Zugang haben und weil wir natürlich auch selber so den Heimvorteil quasi haben, und das hat uns schon auch viel gebracht! Also inzwischen sind wir bestimmt bei fünf, sechs Deltas, die bei uns über die Jahre angefangen haben und auch teilweise dann auch in sehr, sehr hohen Position im Unternehmen. Also das hat uns dann auch nicht nur für die Gründungsphase quasi geholfen, sondern auch bis heute immer noch.

Fabian Tausch: 00:11:40,410 --> 00:11:54,650
Man muss ja sagen euren Heimvorteil habt ihr inzwischen aufgegeben. Ihr seid ja nach Berlin umgezogen. Nichtsdestotrotz da hatten wir beim letzten Mal schon drüber gesprochen, das sind ja echt einige mitgekommen. Janosch, wenn du noch was anschließen möchtest, gerne. Ansonsten hätte ich noch eine andere Frage.

Janosch Sadowski: 00:11:55,140 --> 00:11:55,630
Ja, gerne - absolut, nächste Frage.

Fabian Tausch: 00:11:59,200 --> 00:12:31,550
Und zwar wir haben auch im letzten Interview darüber gesprochen, dass irgendwie alles in der WG begonnen hat. Ihr habt euch in der Uni kennengelernt. Bei der studentischen Unternehmensberatung. Ihr habt euch immer besser verstanden, aber wie hat das begonnen, dass ihr wirklich gesagt habt okay, wir wollen zusammenziehen, wir wollen da irgendwie gemeinsam an was arbeiten. Also was war der Kick über die... du meintest gerade ihr habt mehr als eine 40 Stunden Woche gehabt, wegen Uni, wegen studentischer Unternehmensberatung. Wie hat sich das entwickelt? Wo kam dann der Drive wirklich zu sagen: "Okay, wir wollen eigene Dinge ausprobieren!"?

Janosch Sadowski: 00:12:32,950 --> 00:13:44,410
Ja also wir hatten schon immer so sage ich mal separate Projekte. Daniel, dann manchmal mehr IT Beratung, IT Work for Hire Studio würde man heutzutage sagen. Ich hatte dann so ein paar Sachen, wo ich einfach darüber nachgedacht hab, okay, was kann man für ein Produkt bauen, um eben Unternehmen gut hin zu ermöglichen und einfach so verschiedene Projekte über die Zeit ausprobiert. Und irgendwann hatten wir uns dann kennengelernt und gesagt okay, lass doch was zusammen machen! Unsere erste Idee war dann tatsächlich - wir hatten das damals Uberachiever genannt - eine App, mit der man sich einfach selbst verpflichtet, Sachen zu machen. Keine Ahnung, ich will jede Woche zehn Kilometer laufen. Hat dann eben sich das Ziel gesetzt und gleichzeitig dann auch gesagt ok, und wenn ich das nicht schafft, dann will ich hier keine Ahnung, 20 € spenden an XYZ. Und das war so eben die grundsätzliche Idee davon und das hatten wir dann eben auch tatsächlich ein paar Monate gemacht. Wie lange haben wir das gemacht?

Daniel Stammler: 00:13:44,410 --> 00:13:45,180
Drei Monate, ja.

Janosch Sadowski: 00:13:46,220 --> 00:14:15,650
Drei, vier Monate gemacht und am Schluss auch so irgendwo eine App gehabt. Waren eigentlich so ganz zufrieden. Zumindest so wie das von der funktionalen Seiten her war. Aber man hat dann auch gemerkt okay, die App läuft, wir hatten paar User, aber es ist ganz nett, aber wird das so irgendwie The Next Big Thing? Und wir kamen dann eigentlich zu dem Schluss okay, ich glaub das wird nichts. Da ist zu wenig potential, zu wenig Bewährungspotenzial dahinter - lass doch mal was Neues machen!

Fabian Tausch: 00:14:18,270 --> 00:14:25,130
Habt ihr nur anhand des Skalierungspotentials aussortiert oder welche Frühwarnzeichen habt ihr euch angeschaut um das zu entscheiden?

Daniel Stammler: 00:14:25,530 --> 00:15:08,750
Also das war schon so der Hauptgrund. Also wir dann eben ein paar 1000 User und haben auch schon gesehen die Leute, die haben das schon benutzt, die fanden das cool! Aber für uns war es dann nur Deutschland, die Monetarisierung hatten wir nicht so wirklich geknackt, wir wussten nicht so richtig wie kann man daraus ein funktionierendes Produkt machen. Und heutzutage glaube ich die Idee ist immer noch nicht schlecht, ich glaube, da kann man schon was draus machen. Aber zu dem Punkt, an dem wir damals waren, war dann irgendwie klar, das ist eine zu harte Nuss, die zu knacken. Und da ging es schon vor allem einfach darum, wie bringen wir das von dem Punkt hin zu dem Punkt, wo wir wirklich eine Firma daraus aufbauen können, die auch Leute einstellen kann etc. Und das war klar, dass das einfach zu schwierig ist.

Fabian Tausch: 00:15:10,040 --> 00:15:57,350
Ich glaube heutzutage, was mir immer wieder auffällt ist, dass sehr viele junge Gründer sehr, sehr, sehr stark an ihren Ideen hängen, weil sie es als ihr Baby sehen und dadurch irgendwie nicht an den Punkt kommen, das vielleicht doch noch mal analytisch zu bewerten und die Idee vielleicht auch wieder in den Schrank zupacken. Vielleicht für anderes Timing, vielleicht für andere Voraussetzungen. Es ist aber auch immer so dieser Punkt, dass man sich oft sagt, okay, man muss lange genug durchhalten. Also wo ist diese Schnittstelle zwischen Durchhalten und vielleicht auch einfach nicht durchhalten und wissen, wann man aufhören muss? Also Janosch was würdest du sagen warum habt ihr bei Kolibri zum Beispiel durchgehalten? War es einfach nur, dass ihr ganz schnell gesehen hab, dass alles funktioniert hat oder gab es auch andere Kriterien, die Euch gezeigt haben, müssen wir dranbleiben?

Janosch Sadowski: 00:15:58,880 --> 00:17:44,660
Das ist eine sehr, sehr harte Sache und die Geschichte geht ja weiter. Dann hatten wir gesagt irgendwann ok, hat nicht so das Potential, es ist sehr schwierig, aber das Team hat so ganz gut funktioniert - unsere Zusammenarbeit. Wir hatten schnell ein Produkt gebaut und rausgehauen und hatten die ersten User und hatten dann gesagt okay, dann lasst es doch noch mal machen, aber lasst uns doch im Gaming Space machen! Wir fanden Games immer sehr interessant. Haben schon als Kinder, Jugendliche viele verschiedene Spiele gespielt und lass doch jetzt mal Mobilegames machen! Und da war es tatsächlich dann auch so, dass unser erstes Produkt - das hieß dann Frontyard Wars - da haben wir auch viele Zeit reingesteckt und sind irgendwann zu dem Schluss gekommen okay, das funktioniert halt nicht, das ist zu schwer, wir müssen da noch mal umstellen. Und es ist schon immer keine leichte Entscheidung. Ich weiß, bei beiden - Frontyard Wars war vielleicht noch einen Ticken emotionaler, da hatten wir noch ein Ticken mehr Zeit rein investiert - und letztendlich zusammengekommen gesagt:"Hey, ganz ehrlich. Irgendwie wir wissen doch alle eigentlich hier das bewegt sich nicht, lass doch noch mal was Neues machen!" Ich glaub normalerweise hat man dann schon irgendwann so einen Gefühl eigentlich irgendwie geht es nicht voran, lass doch noch mal was Neues probieren. Ich glaube in der Diskussion hat uns immer viel geholfen, sowohl hier mit Uberachiever als auch dann mit dem ersten Spiel Frontyard Wars - "Hey, eigentlich funktioniert es doch nicht." Und dann haben wir als Gruppe quasi entschieden, okay lass uns was neues machen.

Fabian Tausch: 00:17:46,540 --> 00:18:05,900
Ist es so eine Mischung aus Abstumpfen der Idee gegenüber? Also das ist garnicht böse gemeint, ist eher so salopp gesagt um das mal zu challengen. So vielmehr dieser Punkt: Stumpft man Ideen gegenüber ab? Muss man sie erst lieben lernen, wenn man sieht, dass die Faktoren stimmen? Daniel du zuckst schon so. Ich glaub du willst direkt was sagen!

Daniel Stammler: 00:18:07,760 --> 00:19:09,950
Eigentlich ist das Gegenteil der Fall! Also wir haben beide Ideen, sowohl Obertitel als auch Freund etwas geliebt. Wir fanden es richtig geil. Aber dann kam hier die Realität, wo wir dann mal einen Schritt zurück gegangen sind, mit vielen Leuten gesprochen haben, die uns immer gute Fragen gestellt haben wie z.B. wie möchtet ihr denn eigentlich an User kommen? Wie möchtet ihr denn eigentlich Umsatz generieren? So Fragen, die man, wenn man in der verliebt Phase ist in das Produkt, vielleicht gar nicht irgendwie wahrhaben will, aber die man sich natürlich dann irgendwann mal beantworten muss. Bei Frontyard Wars war es dann auch okay. Warum sollten die Leute das Spiel spielen und nicht ein anderes? Und dann, wenn man dann mal einen Schritt zurück geht und dann eher analytisch drüber nachdenken. Warum? Was spricht dafür? Was spricht dagegen? Wie ist der Zeitplan? Dann finde ich ist das das Schwierige, dass man eigentlich das Produkt wirklich liebt, aber eben die Realität einem was anderes sagt. Aber das ist natürlich, wie du schon sagtest, echt schwierig da dann den richtigen Punkt zu treffen und auch einfach ein interessantes Beispiel ist. Wir hatten dann auch tatsächlich mit einem anderen Gaming Gründer gesprochen, der die Frontyard Wars Idee regelrecht zerlegt hatte.

Daniel Stammler: 00:19:10,640 --> 00:20:02,850
Also da saßen wir wirklich stundenlang mit dem drin. Der hat dann einfach nur eine Stunde lang quasi gerantet wie schlecht das alles ist, warum es nicht funktioniert und so. Und man muss sagen, er hatte auch recht so in dem Fall. Das war dann einer der Gründe, warum wir dann nochmal gesagt haben okay, wir machen jetzt etwas Neues. Tatsächlich habe wir ein paar Monate später gelernt, dass das einfach seine Persönlichkeit ist und er alles Neue schlecht findet. Das heißt, wenn wir in dem Moment mit Idle Miner Tycoon hingekommen wären, hätte er sicher das Gleiche gesagt. Und das ist natürlich finde ich, das Schwierige, weil du weißt halt nie so richtig kannst du auf Feedback hören oder nicht. Und am Ende musst du einfach selber die Entscheidung treffen. Aber ich finde, es ist wichtig, dass man offen ist und sich einfach die Kritik von Leuten anhört mit dem Wissen, dass es wahrscheinlich nie passieren wird, dass man irgendeine Idee hat, wo dann viele Leute sagen "Hey, cool, das wird funktionieren." Weil wenn es so offensichtlich wäre, dass es funktioniert, dann würden die anderen Experten das auch schon längst machen.

Fabian Tausch: 00:20:04,740 --> 00:20:35,160
Ein Punkt dazu ich   muss nochmal einen Schritt vorher ansetzen, ich hab das müssen übersprungen, aber ihr habt gesagt, das Team hat gepasst, auch nach Uber Schieber schon aber woraus bestand euer Team? Also, wie viele Leute wart ihr vielleicht auch, welche Positionen habt ihr abgedeckt und würded ihr was anders, vielleicht nicht anders machen, sondern habt ihr gemerkt mit der Zeit, was man so die ersten Punkte oder der ersten Team member die euch vielleicht auch gefehlt haben, die Skills da wirklich vielleicht noch ein bisschen schneller voranzukommen,  wobei es bei eurer Story echt schwer zu sagen ist.

Daniel Stammler: 00:20:35,540 --> 00:22:41,550
Also weil der Uber Chiefer waren das Sebastian, Sebastian Karasek und wir beide, die das gemacht und zu Dritt und Sebastian kannte ich auch schon auch quasi aus Heidenheim damals und Sebastian war der super super fähige Programmierer Entwickler, der die ganzen Backend   Server Sachen alles Komplexe supergut konnte.  Janusch war damals mehr auf der Produkt Marketing Seite.   Wie soll das Produkt aussehen. Wie soll das Produkt sein? Und ich war so ein bisschen dazwischen, ich habe auch so ein bisschen programmiert, aber hab hier die Sachen programmiert, die dann nicht ganz so Hardcore waren, wurde noch meine Skills ausgereicht haben und war dann auch ein bisschen im Produkt involviert. Und als wir dann aber in Richtung Gaming gegangen sind, haben wir dann gemerkt: "Okay, wir brauchen noch mehr Leute, die irgendwie mehr IT lastiger sind und vielleicht Games gebaut haben, und da ist dann Oliver, unser jetziger CTO   dazugestoßen, der auch Informatik studiert hat und auch mehr so auf der Architektur Software Sicht war und dem Timm Reiter, der der in der einzigen von uns beiden der schon mal ein Game gebaut hatte und der einfach Unity, die Game Engine super beherrscht hat. Und er hat mir einen starken Team sehr technisch aufgestellt, alle von technischen Background, die anderen drei mehr als wir beide brauchen wir beide am Anfang, als nichts anderes zu tun gab, auch mit programmiert. Und ich glaube, man muss sagen der ja immer: "Hey Homogene Teams sind soviel besser." Ich glaube, bei uns war es ein Vorteil, dass wir (heterogene Teams) sind soviel besser. Für uns, war es ein Vorteil, dass wir ein homogenes Team waren. Weil wir dadurch einfach super schnell in eine Richtung rennen konnten und es nicht so viele Diskussion gebraucht hat und jeder immer verstanden hat, was der andere meinte und es gab dann so ein paar Funktionen, die wir einfach nicht hatten, zum Beispiel keine Artists, die mussten wir dann am Anfang irgendwie extern dazu holen und sowas. Aber Marketing hat mir auch nicht das haben einfach bisschen selber gemacht und irgendwann jemanden dazu geholt. Aber ich glaube, ich glaube stark daran, dass ein technisch starkes Team schon sehr viel erreichen kann, wenn man eben alle in die gleiche Richtung gehen.

Fabian Tausch: 00:22:42,950 --> 00:22:44,090
Janosch, willst du etwas hinzufügen?

Janosch Sadowski: 00:22:44,740 --> 00:23:26,680
Wenn wir als Investoren auf so Teams schauen auch, dann will man da schon im Speziellen im Gaming dann will man  schon eigentlich schon so mehr so nochmal sehen. Okay. A das ist ein Problem, das kann man meistens extern lösen. Aber war schon auch Nachteil, dass wir niemand so richtig hatten. Das hatten dann irgendwie Tim und ich so auch versucht zu managen. Was uns schon sehr verlangsamt hat und natürlich auf der anderen Seite, wenn es alles, was es um Game Design, und Monetisation, sowas geht. Ich glaub das war schon auch ein Nachteil, dass wir dann niemand hatten im Team das sich so richtig auskannte.

Janosch Sadowski: 00:23:27,600 --> 00:24:08,060
Wir hatten halt einfach so als Team auch den Willen hat, einfach da rein zu steigen und viel zu lernen und mussten dann einfach auch viele , viele Spiele spielen. Artikel lesen , Bücher lesen und da einfach so versuchen das zu verstehen und das zu lernen. Und das war glaube ich schon auch einen Nachteil, dass wir das nicht von Anfang an konnten und hat uns schon auch einen Ticken dann langsamer. Aber natürlich krasse Erfolgsgeschichte und so hatten wir natürlich auch immer so ein bisschen nochmal ein bisschen Glück dabei. Aber ich glaube so bisschen eben dieses Gamedesign Verständnis , so dieses sehr Fachmännische und eben eben Art hat uns schon so ein Ticken gefehlt.

Fabian Tausch: 00:24:09,260 --> 00:25:15,980
Ja, super spannend. Also auch dann nochmal, dass ihr sagt Okay , homogenes Team hat uns auf jeden Fall geholfen. Ich finde es super spannend. War ja super viele Gründer heutzutage oder auch ich nenne es, ich nehme immer first time Founders und junge Gründer, wenn ich Gründer sage . Gerade die ja versuchen sehr schnell irgendwie alle Positionen zu besetzen und ich weiß nicht das . Das kommt mir manchmal so vor wie okay , ich will mir jeden Finger selbst nicht mehr ganz so schmutzig machen soll. Ich will gucken, dass ich irgendwie direkt 10 Leute im Team habe zum Start oder vielleicht . Aber lass uns mal drauf eingehen, Daniel, vielleicht kannst du dann ein bisschen was erzählen. Wie sah denn so ein Alltag bei euch in der WG aus, wenn ihr wirklich aus wenn ihr Ops Idol Tycoon und Fluffy Furry Games. Ganz am Anfang. Ich hab den Namen des ersten Spiels vergessen muss , ich sagen. Deswegen hab ich gerade die Anfangszeit einfach nochmal genommen. Aber wie sah denn so ein Tag aus? Also man stellt sich das ja immer fancy vor und toll. Und ich mein heute, jetzt nach dem Exit und auch als es euch gut ging, ist es bestimmt auch ein bisschen anders geworden. Aber zumindest ihr wollt glaub ich nicht mehr in der WG zusammen, oder? So viel kann man sagen. Aber wie war das damals? Wie war der Alltag?

Daniel Stammler: 00:25:16,150 --> 00:26:42,020
Vielleicht noch einen Schritt davor. Warum sind wir überhaupt in die WG? Und das war in der Phase, in der wir gesagt haben Uber achiever das stellen wir jetzt ein, wir möchten was Neues . Wir waren dann eben fünf Leute und da waren wir so klar wir brauchen irgendwie einen Platz, wo wir gemeinsam arbeiten können und sowas. Und dann haben Janosch und ich entschieden: Hey lass WG so ne nehmen, in der wir dann im Wohnzimmer quasi arbeiten können. Wir beide haben halt unsere Zimmer und weil wir hatten auch kein Geld für ein Office und für uns wäre das gar nich in Frage gekommen in ein Office zu gehen bevor wir bewiesen haben, dass das was wir Bauen überhaupt irgendjemanden auf der Welt interessiert. Und dann hab ich nach einer WG gesucht die irgendwie in Uni Nähe war, die viel Platz hatte und günstig war . Aber wie man sich vorstellen kann, kriegt man da natürlich nicht die besten WGs, sondern wir waren ja wirklich so einer, man muss schon sagen schäbigen WG. So die Wände waren unten weg gekratzt von den Katzen vom Vorbesitzer. Und es hat auch nicht besonders gut gerochen in der WG wegen den Vorbesitzer Katzen. Also war schon nicht so geil , aber wir haben halt gemeint, okay , jetzt machen wir das halt so. Und wenn wir irgendwann erfolgreich werden, dann können wir auch ein richtiges Büro und müssen nicht mehr in der WG leben. So , und ich muss auch sagen, dass das auch rückblickend super wichtig war . Dadurch haben wir uns einfach auf das Spiel konzentriert und hatten nicht irgendwie, okay, wie machen wir fancy Büro-Einrichtun? Was für Tischlampe machen wir jetzt damit die der Arbeitsstätten Richtlinie entsprechen? Sondern einfach wir gehen halt in das Zimmer und arbeiten einfach und bauen einfach Spiele . Und das war dann quasi so am Anfang, als wir zu fünft waren, war mit mir einfach im Wohnzimmer. Die Leute sind morgens gekommen . Wir hatten dann auch relativ schnell tatsächlich auch einen sehr geregelten Alltag, in dem wir wirklich Vollzeit quasi gearbeitet haben und auch alle ins Büro, also in unser Wohnzimmer gekommen sind. Und das war auch die Zeit .

Daniel Stammler: 00:26:42,540 --> 00:28:21,350
Also ganz am Anfang, da war das eigentlich muss ich sagen, auch echt richtig angenehm, weil die Wohnung war groß genug, als war nicht riesig aber wir hatten 70 Quadratmeter oder sowas da hat das dann schon gepasst. Aber dann, als wir dann so den ersten Erfolg hatten oder nicht Erfolg, sondern als wir den ersten proof of concept hatten, nachdem wir den MVP releast haben, da fing es dann an. Dann haben wir irgendwie Praktikanten eingestellt, haben noch die ein, zwei festen Angestellten eingestellt. Dann gings ja superschnell und dann waren wir da zeitweise echt 12 Leute da , so in der WG. Und das waren dann schon lange keine guten Zustände mehr, muss man sagen. Es war dann auch echt einfach so, natürlich Janosch und mein Zimmer waren tagsüber Büros. Wir hatten ein Vorstellungsgespräch geführt mit dem Bett im Hintergrund. Also damals noch Pre-Corona in Person , war dann immer ein bisschen awkward . Und es gab auch einfach zu wenig Platz. Sebastian hat dann auch teilweise dann bei uns übernachtet, hat dann im Bad übernachtet, weil im Wohnzimmer irgendwie jemand anders übernachtet hat. Und wir hatten dann an einem Punkt tatsächlich einfach nicht mehr genug Stühle und mussten so noch Stühle besorgen und sowas . Das war schon so echt so wie man sich das vorstellen kann eine Chaotischem WG. Janosch und ich haben dann am Sonntag immer drei Stunden gebraucht einfach die Wohnung zu putzen. Weil wir da irgendwie 10 - 11 Leute in der Wohnung sind. Die ganze Zeit dann mit einem Klo so, einem kleinen Bad und es sah dann natürlich nicht mehr so gut aus.

Fabian Tausch: 00:28:23,320 --> 00:29:26,050
Das glaub ich mal ganz gut drauf einzugehen. Also das auch einmal zu sagen, weil heutzutage ich erwische mich ja selber. Also ich würde euch meinen Schreibtisch nicht zeigen, weil er sehr unaufgeräumt ist. Aber ich erwische mich selber, dass ich immer glaube, ich brauch das noch. Ich brauch das doch. Ich brauche das noch. Und natürlich lebt mein Podcast inzwischen vielleicht auch von besserer Qualität. Aber der Anfang. Hätte ich am Anfang wirklich all das Setup kaufen müssen, das ich jetzt habe, hätte ich niemals angefangen. Ich hab ja am Anfang übrigens 60 Euro Micro gekauft und Skype Call Recorder und hab damit angefangen und hab da halt keine Ahnung 100 Interviews mit aufgenommen und irgendwann später kamen dann neue Tools, weil Podcast irgendwie größer wurde, besser wurde. Ich hab irgendwie manchmal Produkte von anderen bekommen, wie jetzt Logitech oder oder anderen Marken. Hab dann auf einmal ein krasses Setup gehabt und jetzt sieht es so aus, als ob ich schon immer damit aufgenommen hätte. Aber das ist genau das, was ihr beschreibt. Also wenn du von Sekunde eins an versuchst, wirklich das verrückteste Setup . Also ob das Team betrifft, ob das Office betrifft auf , ob das dein eigenes Arbeitsgruppen betrifft. Das direkt von Tag eins mitzubringen, dann ist die Hürde überhaupt anzufangen so krass, wenn man sich die so hoch legt .

Daniel Stammler: 00:29:26,340 --> 00:30:19,610
Genau das finde ich auch. Also für uns in unserem Kopf haben wir immer unterschieden: Was sind Sachen, die über den Erfolg oder Misserfolg entscheiden? Was sind Sachen, die so einen 20 Prozent Boost geben? Und das ist auch wenn man sich Gedanken macht, wie soll so ein MVP aussehen? Und das ist so wichtig das zu unterscheiden. Weil alles was nur diese 20 Prozent bringen , die aber nicht über den Erfolg oder Misserfolg entscheiden, sollte man es später machen. Also Sachen über Erfolg oder Misserfolg entscheiden sollte man jetzt machen. Und tatsächlich die meisten Sachen entscheiden nicht über Erfolg und Misserfolg. Wer nicht in der WG am Anfang programmieren kann, kann es auch nicht in einem coolen Office und wer nicht mit dem low-end PC programmieren kann, kann es auch nicht mit einem high-end PC. Bei uns ging es soweit Oli's Semikolon Taste war irgendwann kaputt und hat man immer gemerkt werden wenn irgendwie irgendwo ein Bug war. Weil als Programmierer ist Semi-Kolon dann natürlich die wichtigste Taste.

Daniel Stammler: 00:30:20,210 --> 00:30:54,590
Also musste Olli die irgendwie ausgebauen und hat dann halt immer irgendwie versucht es trotzdem zu machen und niemand wäre auf die Idee gekommen von uns zu sagen: "Hey Oli, kaufst du dir doch einfach mal einen neuen Laptop?" Weil wir machen jetzt halt das Game und alles fokussiert sich darauf und wenn einem die Tastatur kaputt ist, dann findet man einen Wege irgendwie drum herum. Und dieses Mindset, dieses super leane Mindset hat dann auch dazu geführt, dass wir es geschafft haben, Idol Tycoon in zwei Monaten auf den Markt zu bringen, mit dem Fokus darauf, was das Spiel ausmacht, nämlich die Core-Loop und alles andere drumherum, was wir jetzt seit quasi viereinhalb Jahren einbauen. Einfach nicht alles von Anfang an zu machen.

Fabian Tausch: 00:30:55,940 --> 00:31:59,520
Ihr schaut euch ja sehr viele Gründer Teams an und guckt. Also ich will gerade auf das Thema MVP hinaus und guckt euch Teams an, besprecht mit denen, was sie da eigentlich vorhaben. Und wenn man jetzt mal übers MVP nachdenkt ich glaube, dass noch ein sehr, sehr wichtiger Punkt und das haben wir schon angerissen, den will ich nicht in unsere nächste Episode schieben. Was? Was beobachtet ihr also ? Was? Wie Entscheidet ihr? Also vielleicht sagen wir mal auf der einen Seite Denkmuster von Gründern, die ihr spannend findet, weil sie es über gewisse Dinge strategisch analytisch nachdenken. Und auch wenn ihr Produkte anguckt: Also wie bewertet ihr das? Und was würdet ihr jungen Gründern raten, die noch vor MVP zu euch kommen und sagen: "Hey , ich will ein Produkt bauen! Wie gehe ich da ran?" Und ich spiele den Ball mal an Janosch, weil mich das auch mal interessiert und du bist ja eher Produkt / Marketing hattest du ja am Anfang gesagt, bei euch und hast dir ja auch super viele Gedanken drüber gemacht. Und vielleicht kannst du von deiner Zeit damals auch auf deine Erfahrung in der heutigen Zeit blicken.

Janosch Sadowski: 00:32:00,110 --> 00:32:56,390
Mit der Investoren Brille was du ja oder was wir jetzt so sehen, wenn wir sagen okay, wir machen hier irgendwie ein Seed Runde oder mit einem Team das noch relativ am Anfang ist, dann was wir eigentlich immer gerne sehen ist, ok, da gibt's einen MVP und es gibt eben erste Kunden und erste Zahlen und wenn es nur irgendwie, kommt natürlich immer aufs Geschäftsmodell drauf an, aber wenn wir da irgendwo im B2C Bereich sind und es sind irgendwie ein paar hundert User in der App, aber dann sieht man schon sehr, sehr viel. Okay, wo geht es hin ? Dann kann man es sich einfach viel, viel besser vorstellen. Ich glaube, wenn wenn gerade First Time Gründer eine Idee haben oder vielleicht ein Team und dann Angels pitchen, ist es oftmals sehr schwierig, weil viele werden halt einfach sagen: "Okay, cooles Team

Janosch Sadowski: 00:32:57,340 --> 00:33:42,350
aber ihr habt halt irgendwie noch keinen Track Record. Klar, ihr seid vielleicht jung. Ihr habt vielleicht nicht schon mal ein Unternehmen gegründet. Baut doch erst mal ein MVP mit ein paar Nutzern und kommt dann wieder. Weil einfach das ja, ist zu viel randomness , die es auch irgendwo gibt und halt an der Stelle eigentlich noch nicht klar ist, wird es halt was oder wird es halt nichts? Solche Ideen gibt's halt Tausende. Ideen gibt's wie Sand am Meer. Die Execution ist halt alles und ich glaube , wenn du ein MVP hast, erste Nutzer mit ein paar ersten Daten , dann hast du da schon viel viel gewonnen und einfach gezeigt, du kannst das exekutieren, kannst halt was zeigen und dann ist es normalerweise auch nicht so schwierig, irgendwelche Business Angels anzusprechen und da irgendwo zusammenzukommen.

Fabian Tausch: 00:33:43,840 --> 00:33:45,050
Daniel willst du was ergänzen?

Daniel Stammler: 00:33:46,800 --> 00:34:46,100
Ja also ich glaub, ich hab auch im letzten Podcast schon mal gesagt, man muss schon sagen, wir waren damals nicht das Team, in das man typischerweise investiert, weil wir einfach die Kriterien nicht erfüllen. Wir hatten noch nie gegründet. Wir hatten keinen Games Background und hatten keinen MVP zu dem Zeitpunkt, als wir offen für Investoren waren. Und dann gab's natürlich auch keine Investoren, die investiert hätten und was man dann aber sagen muss, nachdem wir dann halt irgendwie den MVP hatten und es klar war, dass das funktioniert. Dann haben wir auch die ersten Umsätze generiert und dann haben wir keine Investor mehr gebraucht. Das ist natürlich so, dass das schwierige Fenster für Investoren vor allem wie bei uns, wenn man dann die Möglichkeit hat, das Produkt boot zu strappen. Weil am Anfang ist alles super random in ein Team zu investieren, das irgendwie ganz gute CVs hat, aber noch nie eine Firma erfolgreich gegründet, hat noch nie ein Game gebaut hat . Warum würde man da investieren? Schwierig! Und als wir bewiesen hatten, dass das Produkt funktioniert hätten die Leute natürlich klar gerne investiert, aber dann war für uns der Gegenwert nicht mehr da.

Fabian Tausch: 00:34:48,239 --> 00:36:43,280
Ich glaube da müsst ihr auf jeden Fall der nächsten Episode nochmal drauf gehen, weil ich würde super gerne drüber sprechen: So, brauche ich überhaupt als als junger Gründer Geld oder wie entscheide ich das? Also brauche ich Geld nur um meinen eigenen Unterhalt bezahlen zu können? Sollte ich parallel einen Werkstudenten Job machen? Also auch mal aus eurer Brille. Ich meine, ihr seid ja einer der, ich würd schon sagen sehr wenigen Cases , die bootstrap sehr erfolgreich geworden sind. Und die meisten nehmen ja Geld und ich finde es mal spannend zu diskutieren, weil heutzutage ist es so standard. Also man liest diese Firma hat eine Millionen geraised . Diese Firma hat 10 Millionen geraised , die haben 500 000 pre-seed gemacht . Die haben hier Geld eingesammelt und jeder denkt ja automatisch: Okay, wenn ich gründe, brauch ich Geld. Und ich glaube auch da mal drüber zu sprechen und das ein bisschen zu challengen und da wirklich auszudiskutieren, was eigentlich Faktoren sein sollten, wofür man das Geld vielleicht auch am Anfang verwenden kann/sollte, wenn man welches aufnimmt oder was man, wie man selbst vielleicht auch kostendeckend darangehen kann. Finde ich ganz spannend, weil ich finde es ein bisschen schade, dass das automatisch dazugehört, heutzutage Geld aufzunehmen, weil ich persönlich auch nicht unbedingt daran glaube, dass das die einzig wahre Lösung ist. Nichtsdestotrotz für viele ist es bestimmt eine gute Option, aber ich glaube, man sollte sich da bewusst und mit ein bisschen mehr Kontext entscheiden und nicht nur, weil es der standard ist. Und da würde ich mich auf jeden Fall freuen, wenn wir in der nächsten Runde, wenn wir wieder zusammensitzen , das mal ein bisschen diskutieren. Auch weil ihr selbst ja Angels inzwischen seid und dementsprechend ja auch guckt , wem müssen wir wirklich Geld geben? Und mich würde auch aus Investoren Sicht interessieren, ob ihr auch manchmal sagt: "Hey die , brauchen eigentlich gar kein Geld, die brauchen nur mehr ein bisschen mehr Zeit und wenn sie das durchhalten, dann fliegt das vielleicht auch." So,  wie dann auch der Zwiespalt als Investor ist. Also den muss ich sagen, hätte ich schon gerne mal on Record. Falls ihr da ein bisschen ausführlicher drüber sprechen möchtet.

Janosch Sadowski: 00:36:44,430 --> 00:36:45,150
Klar, gerne.

Fabian Tausch: 00:36:46,890 --> 00:38:30,950
So, ich fasse einmal ganz kurz zusammen: Wir haben darüber gesprochen, wie ihr euch überhaupt kennengelernt habt. Warum ihr in eine WG gezogen seid. Wie ihr festgemacht habt, dass z.B. Uber achiever nicht das ist, woran ihr arbeiten wollt, dann auch, wie die ersten Schritte  in der WG waren und wie Idol-mine-check nur zum Teil entstanden ist. Ich glaube wir haben noch nicht alles besprochen und auch  so MVP Status und Team. Und wir werden auf jeden Fall bekannt geben. Ich hab die beiden Jungs nämlich verhaftet mit mir mal eine Clubhouse Session rund um diese Episode zu machen. Dementsprechend wenns tief gehendere Fragen gibt, dann gerne mal auf unseren LinkedIn Profile oder Instagram  Profilen oder Twitter was auch immer vorbei gucken. Ich werde es wahrscheinlich nochmals Newsletter rausschicken . Denn ich glaube schon, dass man euch ein bisschen mit Fragen löchern kann. Jeder auf jeden Fall einige spannende Informationen oder Tipps noch mitgeben könnt für andere junge Gründer. Und wie gesagt, das hier wird regelmäßiger passieren. Da freue ich mich auf jeden Fall sehr drauf . Und gleichzeitig auch der Punkt, dass ich euch verhaften kann für sowas wie eine Clubhouse Session, finde ich super. Wie gesagt, Termin kommt noch. Und dann sprechen wir am nächsten in der nächsten Episode ein bisschen weiter über die Story, gleichzeitig aber auch über dieses Dilemma, nämlich Geld auf als First Time Founder oder nicht? Und warum es bei euch funktioniert hat ohne . Ja also Daniel, Janosch, ich freue mich sehr. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich glaube, da wird noch einiges kommen. Weil auch wenn es nur fünf Jahre waren. Da kann man schon ein bisschen über einige Punkte sprechen, die in klassischen Podcast Interviews in 45 bis 60 Minuten dann doch mal zu kurz kommen.

Daniel Stammler: 00:38:32,230 --> 00:38:34,040
Vielen Dank!

Janosch Sadowski: 00:38:35,160 --> 00:38:36,340
Vielen Dank, danke schön.

Fabian Tausch: 00:38:37,130 --> 00:38:38,840
Ich danke euch und bis bald.